Soziale Projekte werden durch das Netz beflügelt - Ein Erfahrungsbericht von Dr. Michael Hoppe

von Doc Hoppe

15. April 2009

Meine erste Projektidee, um in Afrika zu helfen, schickte ich 2004 per Email an meinen Mailverteiler, um Hinweise über bereits existierende Projekte zu erhalten. Die sich daraus ergebenden Kontakte mailte ich an und erhielt so Hinweise und Adressen für meine erste Informationsreise durch Afrika. Ohne Internet wäre dies und damit „steps for children“ nicht möglich gewesen.

„steps for children“ bietet Kindern (meist HIV-Waisen) und Jugendlichen in Okakarara in Namibia eine Perspektive und Zukunft im Kampf gegen Aids, Armut und Alkohol. Unser Ziel ist es, dass sich die Kinder und Jugendlichen selbst versorgen. Wir helfen dafür die Strukturen zu schaffen und leisten so nachhaltige „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Sicherstellung der Grundbedürfnisse Nahrung, Gesundheitsversorgung, Bildung und auch Arbeit ist natürlich die Grundlage. Die schöne Erfolgsgeschichte unserer Stiftung, die in Afrika so vielen Kindern einen Ausweg zeigt, wäre ohne moderne Kommunikationsmittel kaum verwirklicht worden.

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Wesentlicher Bestandteil für die Bekanntmachung des Projektes und auch das Fundraising war der Internetauftritt mit eigener Website. Ein Film, der über die Webseite zu sehen ist vermittelt jedem Interessierten sofort ein Bild von der Lage vor Ort und unserer Arbeit. Ohne die Website wäre der schnelle Zuwachs an Bekanntheit und auch des Projektes nicht möglich gewesen. Nahezu alle Interessierten und auch potentielle Spender besuchen erst einmal die Website und kommen den Kindern in Afrika sehr nah.

Die Website bietet auch hervorragende Möglichkeit des Online-Fundraisings. Auf der Website kann ein virtueller Olivenhain besucht und ein Olivenbäumchen gepflanzt werden, dessen Abbuchung online per Bankeinzug erfolgt. Dies ist eine einmalige Möglichkeit für „spielerische“ Spenden, ohne Internet wäre dies nicht möglich. Genauso kann auch über einen button auf der Website auf nahezu allen großen Onlineshops eingekauft werden. Ein Teil der Erlöse wird dem Projekt über Zanox gutgeschrieben. In Planung ist auch der onlinemäßige Beitritt zum Förderverein inkl. Einzugsermächtigung der monatlichen Beitäge, und das online Spenden ebenso wie es in Zukunft eine (online-)Tafel mit sämtlichen Spendern und einen Blog für Beiträge von Besuchern sowie Mitarbeitern des Projektes geben soll. Alle wichtigen Spender und Unterstützer sind mit ihrer Website bei uns verlinkt. So kommen auch die Geldgeber zu zusätzlichen Kontakten.

Für den selbstverständlich per Mail regelmäßig versendete Newsletter kann man sich per button auf der Website eintragen. Dadurch kommen jeden Monat sehr viele neue Interessenten in den Verteiler: alles potentielle Spender und freiwillige Helfer.

Die Kommunikation mit Interessierten und Spendern erfolgt nahezu ausnahmslos per Mail. Dies erspart sehr viel Arbeit und noch mehr Zeit und Geld für Drucke und Porto. Genauso erfolgt die Kommunikation mit den freiwilligen Helfern nahezu ausschließlich über das Internet, gemeinsam kann auf Datenbanken und die Website zugegriffen werden. Völlig selbstverständlich ist der onlinemäßige Bankeinzug der regelmäßigen Spender und Fördervereinsmitglieder.

Internetcafé (Dr. Hoppe)

Eine ausreichende und schnelle Bekanntheit von sozialen Projekten ist ohne Internet nicht möglich. Das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten des Fundraisings, mittlererweile auch bei den älteren Zielgruppen. Das Internet macht die Kommunikation mit den potentiellen und tatsächlichen Spendern ebenso wie mit freiwilligen Helfern effektiver und schneller, es spart Kosten und macht auch die Verwaltung schlanker, so dass die Hilfe da ankommt, wo sie gebraucht wird. Das Projekt „steps for children“ würde in dieser Form, ohne die Möglichkeiten des Internets vermutlich nicht existieren.

Wie funktioniert die Hilfe zur Selbsthilfe?

Durch den Aufbau von Einkommen erzielenden Projekten, in denen Produkte und Dienstleistungen von den Menschen vor Ort selbständig hergestellt und angeboten werden, soll die Finanzierung des Hilfsprojekts auf „eigene Füße“ gestellt und das Projekt langfristig unabhängig von Spenden werden. Diese Form der Hilfe zur Selbsthilfe und Nachhaltigkeit unterscheidet „steps for children“ von nahezu allen anderen sozialen Projekten in Afrika.

Mittlerweile unterhält das Projekt in Okakarara als „soziale steps“ eine Suppenküche, in der über 60 Kinder täglich zwei Mahlzeiten erhalten, eine Vorschule für diese 60 Kinder, einen Nachhilfeunterricht für 10 Jugendliche und eine Nachmittagsbetreuung (mit Nachhilfe, Sport und Spiel) für weitere 60 Kinder. Ferner zahlen wir 12 Schülern das Schulgeld und die Schulkleidung.
Als „Einkommen erzielende steps“ unterhält der Trust „steps for children“ eine Nähstube, eine Computerschule mit angeschlossenem Internetcafé sowie Gästebetten. Als neustes Projekt im Jahr 2009 wurden ein Olivenhain mit 1.664 Olivenbäumen, bei dem auch Gemüse angebaut wird, angelegt und ein Container mit gebrauchten Fahrrädern nach Okakarara geschickt. Die über 300 Fahrräder werden verkauft und in der angeschlossene Werkstatt repariert. Eine Theatervorstellung für Touristen steht kurz vor dem Abschluss. Durch die „Einkommen erzielenden steps“, insbesondere dem Anbau von 1.664 Oliven sowie dem Betrieb des Gemüsegartens wird das Projekt in wenigen Jahren unabhängig sein von Spenden.

Durch die Einbeziehung einer großen Anzahl von Jugendlichen und Erwachsenen als Erzieher, Betreuer, Hilfs- und Fachkräfte trägt das Projekt auch dazu bei, Arbeitsplätze und zukunftsorientierte Perspektiven für den Standort Okakarara zu schaffen. Momentan beschäftigt das Projekt bereits 20 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber vor Ort.

Durch permanente Schulung und „training on the job“ wird unternehmerisches Denken und Handeln vermittelt, welches ein ganz wesentliches Fundament für die Zielsetzung „Hilfe zur Selbsthilfe“ darstellt.

 

weiterführende Links:

Steps for Children im Netz:

http://www.stepsforchildren.de/

Steps for Children bei betterplace:

http://www.betterplace.org/projects/695

Homepage von Dr. Michael Hoppe:

http://www.doc-hoppe.de

Kategorie: Socialweb

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  • 1. Thomas Brasch  |  29. April 2009 um 10:04

    Das können wir nur bestätigen, Herr Hoppe. Auch unsere im vergangenen Jahr gestartet Initiative konnte sich nur dank des Internets so schnell und erfolgreich entwickeln. Es ist die Voraussetzung dafür, als kleine Einheit viel bewegen zu können. Ihre und unsere Erfahrung sollte dem einen oder anderen Mut machen, sich eigenen Projekten zu widmen. Doch sollte man sich auch wappnen gegen Enttäuschungen. Die eigene Euphorie steckt nicht jeden an - und das kann bei ausbleibender Reaktion im Freundes- und Bekanntenkreis sehr ernüchternd sein. Doch dafür gewinnt man viele neue Kontakte zu sehr interessanten und beeindruckenden Menschen, die uns sehr bereichern.

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