“Wehrpflicht? – Nein, Danke!”

von Sina Kamala Kaufmann

11. August 2009

Gerade hat das Bundesverfassungsgericht verlauten lassen, dass es sich nicht mit der Wehrpflicht befasst. Sven Wagner nutzt seine Wehrfähigkeit ganz politisch und setzt sich gegen die Pflicht zum Dienst an der Waffe ein. Wehrpflicht sei nicht mehr zeitgemäß und schreiend ungerecht urteilt Sven und weiß viele junge Männer und auch Frauen hinter sich…

Du hast eine Kampagne für Erstwähler zum Thema „Wehpflicht, nein Danke!“ ins Leben gerufen, worum geht es?

Es geht darum die Wehpflicht abzuschaffen und bei jungen Menschen ein Gerechtigkeitsbewusstsein zum Ausdruck zu bringen. Die Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit sind die obersten Maxime einer zukunftsfähigen Demokratie. Warum sollte man an Praktiken aus den Annalen des 20 Jahrhundert festhalten, wenn sich wichtige Rahmenbedingungen geändert haben. Der Dienst an der Waffe und für das Land ist ehrbar und verdient Respekt. Umso wichtiger ist es, dass die Entscheidung für diesen Lebensweg aus freien Stücken und tiefster Überzeugung getroffen wird.

Warum sollte man sich an der Petition beteiligen?

Man sollte sich an der Petition beteiligen, da Sie grunddemokratisch, nicht verzerrt und einfach zu handhaben ist. Die junge Generation muss Demokratie in die Zukunft führen. Die Petition bietet etwas Neues und passt sich auf der einen Seite thematisch und auf der anderen Seite operativ vollkommen an die Bedürfnisse von jungen Menschen an. Junge Menschen werden durch die Teilnahme an der Petition selbst zu politischen Instanzen und so muss Politik sein, ganz nah am Menschen.

Warum  wenden sich so viele Menschen von Politik und Parteien ab?

Die Bevölkerung und die Politik erscheinen oft als isoliert voneinander obwohl beider Gruppen in symbiotischer Beziehung stehen müssten. Bürokratie, lange und verzerrte Kommunikationswege und eine zu große Abstraktion haben den gegenseitigen Draht zueinander verlieren lassen. Politik muss wieder mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit an den Souverän vermitteln. Fernab von Ideologien und Parteizirkus ist der Fokus von politischer Arbeit in den Bedürfnissen, Problemen und Hoffnungen einzelner Individuen zu finden. Insbesondere bei jungen Menschen muss sich die Politik wieder darauf fokussieren.

Du bist mit neuen Technologien aufgewachsen. Innerhalb von 10 Jahren haben sich Internet, Email und Handy zu einem festen Lebensbestandteil entwickelt. Ständig kommt Neues hinzu: Facebook, Twitter und Co. Wie glaubst du verändern diese Entwicklungen Politik und Gesellschaft in Zukunft?

Das Internet und die verschieden einhergehenden Applikationen sind nicht mehr aber nicht weniger als ein Medium. Die Politik kann Authentizität und Nähe zum Souverän durch diese bereits immer mehr etablierte Medium gewinnen. Politik bekommt die Chance eine direktere und ehrliche Verbindung zum einzelnen Wähler zu gewinnen. Die Wahrheit ist wohl die größte Macht des Internets.
Die Gesellschaft bekommt die Gelegenheit, klassische demografische Grenzen hinter sich zu lassen und eine neue Form von Gemeinschaft zu entwickeln, die vielleicht nicht von physischer, aber von idealistischer, intellektueller und emotionaler Nähe zeugt. Nähe, Authentizität und Informationen sind wohl die Schlagworte die das Internet zukünftig noch intensiver beschreiben könnte.

Wann ist dein Ziel erreicht?

Das Ziel ist erreicht wenn die Abschaffung der Wehpflicht und die Interessen junger Menschen  den Weg auf den Spitzenplatz der politischen Agenda finden und das Potenzial der jungen Generation in vollen Zügen gefördert und gefordert werden kann ohne Restriktionen und Verpflichtungen.

Wieso sammelst du für dein Anliegen nicht Unterschriften auf der Straße?

Man sollte insbesondere jungen Wählern da begegnen wo sie sich aufhalten und wo sie es gewohnt sind in den Dialog mit anderen zu treten. Das Internet als Medium setzt auf eine noch nie dagewesen Form der Reziprozität, die jungen Wählern die Möglichkeit gibt sich in ihrer selbst gewählten Umgebung zu informieren und an Politik zu partizipieren. Die Gesellschaft verändert sich ständig und über diesen Umstand muss man sich bewusst sein. Eine Generation des 21.Jahrhunderts kann nicht mehr länger mit Methoden aus dem 20. Jahrhundert angesprochen und überzeugt werden. Es wäre schlichtweg nicht auf der Höhe der Zeit.

Wie kann man dich noch unterstützen?

Mitmachen, Weitersagen und den Mut zu etwas Neuem!

Danke für das Interview und viel Erfolg in den nächsten Monaten mit deiner Petition.

Kategorie: Petitionen - unser Engagement

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  • 1. Mathias  |  7. September 2009 um 12:25

    “Der Dienst an der Waffe und für das Land ist ehrbar und verdient Respekt. ” wenn man sich http://www.schlussmitwehrpflicht.de/ anschaut sieht das nicht so aus. Als Videos über Soldaten werden dort u.A. “Wie definiert ein Soldat einkaufen?” von Sat1 gezeigt. Damit nehmt ihr eurem Anliegen ein ganzes Stück Seriosität. Die Aussagen bei “Wir sind schon dabei, weil ” hinterlassen außerdem nicht den Eindruck das sich dort jemand ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Vielmehr wird dort für die Abschaffung der Bundeswehr plädiert, das sicherlich nicht in Ihrem sinne ist.

    MfG

  • 2. Mathias Frost  |  2. Dezember 2009 um 23:18

    Was ist den das für ein Kommentar? Was ist an einem Zwangsdienst ehrenvoll? Der Zwang ist diskriminierend und auch die Behandlung der Wehrpflichtigen etwa gegenüber freiwilligen Frauen. Realität zumindest in der Gegend um unsere schöne Hauptstadt! Grunduntersuchung Damen, nie ganz nackt, meist Ärztin, Ausnahme Arzt, niemals männliche Assistenz. Grunduntersuchung Jungs, ganz nackt, sehr oft Ärztin und weibliche Assistenz!

  • 3. Philipp  |  24. Dezember 2009 um 02:31

    Die Bundeswehr, so denke ich, ist ein wichtiges Organ unseres Staates, da ihre Aufgabe darin besteht, unsere Verfassung nach außen zu schützen. Der Dienst an der Waffe ist in erster Linie kein Zwang, denn man kann ihn ablehnen und Zivildienst leisten.
    Ich kann Mathias (vom ersten Kommentar) nur zustimmen. Ich denke, wenn man einen Standpunkt zu diesem Thema vertreten will, so sollte man sich in erster Linie eingehend damit befassen, anstatt solche Phrasen zu dreschen!

  • 4. Mathias Frost  |  18. Januar 2010 um 22:33

    Und da der Zivildienst kein Zwangsdienst ist und die heldenhafte Bundeswehr in den letzten Jahren daran beteiligt war, dass serbische Kinder auf dem Schulweg oder afghanische Jugendliche beim Benzinklau in Fetzen gebombt wurden, sind hier alle Anderen auf dem Holzweg. Die Bundeswehr dient schon lange nicht mehr der Verteidigung der Landesgrenzen gegen imaginäre Feinde, sondern hat eine neue geostrategische Rolle erhalten, in der u. a. die Freiheit der westlichen Welt durch den ungehinderten Zugang zu den weltweiten Rohstoffreserven gesichert werden soll. Welch ein Zufall, dass Afghanistan z. B. an Kasachstan grenzt, eines der Länder mit den größten Öl- und Gasvorkommen. Man sollte sich also erst einmal schlau machen, bevor man hier mit Schulwissen oder Tagesschaupolemik glänzen will.

  • 5. Nada  |  24. Oktober 2015 um 06:29

    They’re playing here in Auckland in the next month or so but the tietcks are pretty pricey Jonathan and Luke, Clocks is so beautiful, it would be my favourite track, along with Politik.

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